https://www.designforschung.org/atom designforschung.org Feed designforschung.org Updates 2026-09-25T05:56:00+02:00 designforschung.org Team Gegenentwürfe und Topologien demokratischer Praxis urn:uuid:1519804b-5b1f-4e39-a4a9-8f81adb653c4 2026-09-25T05:56:00+02:00 Demokratie findet nicht nur in politischen Institutionen statt. Sie zeigt sich auch im öffentlichen Raum – dort, wo Menschen zusammenkommen, unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen und gesellschaftlicher Austausch stattfindet. Plätze, Straßen, Gebäude und andere Orte des Alltags können zu Räumen demokratischer Praxis werden. Gestaltung spielt dabei eine zentrale Rolle: Sie kann Zugänge ermöglichen, Sichtbarkeit schaffen und Situationen des Austauschs herstellen..

Im Rahmen des fortlaufenden WDC Projektes „Places of Democracy – Orte der Demokratie“, initiiert von Monika Jäger und Astrid Jäger, werden in Offenbach künstlerische und gestalterische Arbeiten an verschiedenen Orten der Stadt gezeigt. Die Arbeiten setzten sich mit den jeweiligen Orten und ihren unterschiedlichen historischen und gesellschaftlichen Bezügen auseinander.

Im Zuge seiner Projektkollaboration mit dem Klingspormuseum und dem Haus für Stadtgeschichte Offenbacht ist das Lehrgebiet Designtheorie der HfG Offenbach beteiligt. Die Zusammenarbeit entstand im Rahmen der Seminare „Demokratie als Raum – Zur Topologie demokratischer Praxis“, „Gegenentwürfe – Politiken des Designs“ und „Sympoietic Design – Koexistenz entwerfen“ von Prof. Dr. Tom Bieling im Sommersemester 2026.

Teilnehemende des Projektes “Demokrataie als Raum” (vorn, v.l.n.r.): Morin Pressler, Jean-Luc Klaukien, Robert Emrich, Lorenz Recken, Arnold Schmidgen, Fuheng Nan, Konrad Kebbel, Yasmine Ben Moussa, Lukas Gall.
Tom Bieling, Eröffnungsimpuls.


Fotos © Simon Malz, 2026.

Beim Eröffnungsrundgang am 28. Mai 2026 wurde u.a. das Projekt SPEAK UP gemeinsam mit den weiteren Arbeiten und Orten vorgestellt. Der Rundgang führte durch Offenbach und verband die unterschiedlichen Projekte mit ihren jeweiligen Standorten. Dabei wurde auch deutlich, wie unterschiedlich demokratische Orte sein können: Manche sind historisch gewachsen oder institutionell geprägt, andere entstehen erst durch eine konkrete Nutzung.

Das Projekt SPEAK UP (Maurer-Laube/Mentzos/Bieling 2026) entstand im Sommersemester 2025 im Seminar „Pro und Contra – Design als Debatte“. Als mobile Speakers’ Corner bringt es einen Ort für öffentliche Rede, Zuhören und Diskussion in den Stadtraum. Die Konstruktion ist nicht an einen festen Standort gebunden und kann dort eingesetzt werden, wo ein solcher Austausch von Nöten ist.

Der Rundgang war damit zugleich eine Fortsetzung der Arbeit aus den Seminaren in den Stadtraum. Aus der theoretischen und gestalterischen Beschäftigung mit Demokratie wurden konkrete Orte und Situationen, an denen sich die Frage nach Öffentlichkeit, Teilhabe und Austausch praktisch erproben lässt.

Im Rahmen des Eröffnungsvortrags im Museumshof des Hauses der Stadtgeschichte stellte Tom Bieling unter anderem das frisch erschienene Buch “Community (&) Design” (Bieling et al. 2026) vor, welches sich mit der Frage beschäftigt, wie Design gesellschaftliche Gemeinschaften prägt und umgekehrt durch sie geprägt wird.

Den Abschluss der Projekt-Kollaboration bildet die von Tom Bieling und Susanne Wieland kuratierte Ausstellung “WAS WIR TEILEN – Designforschung zu Raum und Zusammenleben”, die am 29. Oktober 2026 im Haus der Stadtgeschichte eröffnet wird.


WAS WIR TEILEN (Plakat: Wieland, Foto: Sofia Gal).

Bieling, Tom, Jonas, Wolfgang & Loschiavo dos Santos, Maria Cecilia (Eds.) (2026): Community (&) Design: – Material, Spatial, and Social Encounters. Design Meanings 4. Milano: Mimesis International.

Maurer-Laube, David Martin, Zachary Mentzos, Tom Bieling (2026): SPEAK UP – Exploring Open Dialogue Spaces as Tools for Democratic Community Empowerment. in Bieling, Tom, Jonas, Wolfgang & Loschiavo dos Santos, Maria Cecilia (Eds.) (2026):  Community (&) Design: – Material, Spatial, and Social Encounters. Design Meanings. Milano: Mimesis International, pp. 232–233.


Bildquellen:
Fotos © Simon Malz, 2026.
Plakat: Susanne Wieland, 2026.

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Kommunikation gestalten, ohne zu verstehen urn:uuid:87cf2f74-cb68-4bfc-b594-c7f96ac99a72 2026-09-24T08:01:00+02:00 Was bedeutet Verständigung in einer Zeit, in der Maschinen kommunizieren? Was bedeutet Verständigung in einer Welt, deren Geschwindigkeit immer mehr Fahrt aufnimmt? Was heißt das für Gestaltung? Für Öffentlichkeit und Politik? Und für diejenigen, die die Zukunft nicht nur beobachten, sondern
gestalten und verändern wollen? Diesen und weiteren Fragen gehen Bazon Brock und alle, die Lusta dazu haben, im Verlaufe der drei Tage “Spät-Sommerdenken” im Woods Art Institute (WAI) Wentdorf nach. Drei Tage für Menschen aus Kreativwirtschaft, Kultur, Wirtschaft und Politik, die hinterfragen, die Position beziehen, Gedanken riskieren, neue Impulse setzen und Veränderung mitgestalten wollen.

Vom 27. bis 29. September 2026 öffnet das WAI sein Gelände für diesen gemeinsamen Denkraum: Ateliers und Ausstellungsgebäude, Kunst und Landschaft, ein weitläufiger Skulpturenpark und ein See. Ein Ort, an dem der Diskurs über das Programm hinaus weitergeht.

Vorträge, Workshops, Breakout Sessions und Diskussionen und gemeinsame Themen-Essen. Der Tag kann gemeinsam mitgestaltet werden. Es geht nicht darum, am Ende auf alles eine Antwort zu haben. Sondern darum, gemeinsam genauer zu fragen, leidenschaftlich zu streiten und neue Perspektiven auf Gestaltung, KI und die Zukunft unserer Verständigung zu entwickeln.

Von Sonntag, 27.09., 11 Uhr bis Dienstag, 29.09.2026 ca. 16 Uhr
Anreise bereits am Samstag, 26.09.2026 möglich

WAI – Woods Art Institute
Golfstraße 5 21465 Wentorf bei Hamburg
www.woodsartinstitute.com

Übernachtungsmöglichkeiten
Waldhaus Reinbek
Loddenallee
21465 Reinbek
www.waldhaus.de

Sachsenwald Hotel Reinbek
Hamburger Straße 4-8
21465 Reinbek
www.sachsenwaldhotel.de

Anreise
Die Anreise vom Hauptbahnhof dauert mit der S2 circa 23 Minuten bis zur Haltestelle Reinbek (Ausgang Schloss Reinbek), danach zu Fuß 20 Minuten bis zum WAI.

Die Teilnahme am Programm inklusive Verpflegung ist kostenfrei. Eine Spende für die Verpflegung soll jeder nach eigenem Ermessen beitragen. Anreise und Übernachtung erfolgen auf eigene Kosten. Übernachtungsmöglichkeiten sind der beigefügten Liste zu entnehmen. Bazon Brock legt großen Wert darauf, dass alle Teilnehmenden an allen drei Tagen dabei sind – um eine verbindliche Zusage für den gesamten Zeitraum wird gebeten
.
Anmeldung und Rückfragen: Claudia Laufs, office@ddc.de
Teilnehmendenzahl auf 40 Personen begrenzt – first come, first serve.

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Next Design Research Assembly urn:uuid:18ce15b1-7b33-42d4-b2ae-7c1841ef3208 2026-09-23T05:02:00+02:00 Researchers, practitioners and postgraduate students are warmly invited to join the next Design Research Assembly on 23 September 2026, from 4:00–6:30 p.m., on Floor 5, Town House, Penrhyn Road, Kingston University, Kingston School of Art.

This session will feature in-progress research presentations by:

Joel Sharpe (Graphic Design)
Camilo Soler Caicedo (Critical and Historical Studies)

The presentations will offer an opportunity to encounter emerging ideas, approaches and questions, followed by plenty of time for discussion and exchange.

The Assembly is part of the Design Research Platform, an initiative that brings together design researchers working across disciplines and approaches to address global challenges through design-specific methods, tools and practices. Its research spans themes including wellbeing and healthcare, sustainability, learning, visual narratives, identity, place and inclusive communities. Led by Alice Twemlow, the platform brings together researchers across graphic design, interactive design, illustration, product design, fashion, interiors and related fields, fostering an open culture of experimentation and exchange.

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Erfahrungswissen und Materialverständnis urn:uuid:3612aa26-685f-4051-8818-abfaefa00b32 2026-09-22T10:18:00+02:00 Am 23. September 2026 dreht sich im Dom- und Diözesanmuseum Mainz alles um Wissen, das durch praktisches Tun entsteht. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion treffen Expert:innen aus Materialdesign, Handwerk, Architektur und Denkmalpflege aufeinander. Im Mittelpunkt steht die Bedeutung von Erfahrungswissen für Gestaltung, Handwerk und Baukultur.

Auf dem Podium sprechen Prof. Dr. Markus Holzbach, Architekt, Formenbauer und Verfahrenstechniker von der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main, die Steinmetz- und Bildhauermeisterin sowie Restauratorin Jennifer Schrauth vom Bistum Mainz und Prof. Dr. Christiane Fülscher, Professorin für Architekturgeschichte, Architekturtheorie und Denkmalpflege an der Fachhochschule Dortmund. Gemeinsam beleuchten sie, wie Wissen im praktischen Arbeiten entsteht und welche Rolle Erfahrung und Erfindergeist für die Weiterentwicklung von Handwerk, Gestaltung und Baukultur spielen.

Die Veranstaltung bildet den Abschluss der Ausstellung »Weißes Gold – Meisterstücke & Materialdesign«. Die Ausstellung verbindet historische Meisterstücke aus der Höchster Porzellanmanufaktur mit aktuellen Arbeiten des Instituts für Materialdesign der Hochschule für Gestaltung Offenbach. Es geht um überliefertes handwerkliches Wissen, experimentelles Arbeiten und zeitgenössisches Materialdesign. Und darum, wie Erfahrungswissen bewahrt, weitergegeben und für neue gestalterische Prozesse nutzbar gemacht werden kann.

Podiumsdiskussion:
Erfahrungswissen, Materialverständnis und Gestaltungskraft –
Zwischen Handwerk, Design und Denkmalpflege

23 September 2026, 18–19:30 Uhr
Dom- und Diözesanmuseum Mainz
Domstr. 3, 55116 Mainz

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Constructive Futures urn:uuid:66542100-b6ce-4d97-9d45-392e2720864c 2026-09-21T05:06:00+02:00 Die Baubranche steht vor einem grundlegenden Wandel. Klimakrise, Ressourcenknappheit und die Notwendigkeit einer post-fossilen Gesellschaft stellen vermeintlich bewährte Bauweisen zunehmend infrage. Was passiert, wenn wir unsere Komfortzonen verlassen? Wenn wir nicht einfach weiterbauen wie bisher, sondern grundsätzlich neu darüber nachdenken, woraus, wie und für wen wir bauen?

Mit dem Symposium «Constructive Futures – Beyond Concrete» eröffnete das Institut Architektur der FHNW das Studienjahr 2021/22 und gleichzeitig eine längerfristige Auseinandersetzung mit der Frage, wie wir in Zukunft planen und bauen werden.

Im Zentrum steht dabei eine konstruktiv motivierte Entwurfskultur, die nach zukunftsfähigen Lösungen sucht und den unreflektierten Griff zu vermeintlich bewährten Bauweisen hinterfragt.

Beton hat die moderne Architektur und Stadtentwicklung geprägt wie kaum ein anderer Baustoff. Doch die ökologische Bilanz des Bauens zwingt zu einem Perspektivwechsel. «Beyond Concrete» fragt deshalb nicht nur nach alternativen Materialien. Es geht um einen umfassenderen Wandel: um Ressourcen, Wiederverwendung, Bestand, Kreisläufe und neue Formen des Konstruierens.

Gemeinsam mit Gästen aus Architektur, Planung und Forschung wird diskutiert, wo die Bau- und Planungsbranche heute steht – und warum ein grundlegender Wandel notwendig ist. Das Symposium gliedert sich dabei in drei Teile.

I. Die post-fossile Gesellschaft

Zum Auftakt geht es um die grundlegenden Herausforderungen des Bauens in einer Gesellschaft, die sich von fossilen Abhängigkeiten lösen muss.

Axel Schubert, Basel
«concrete futures – beyond construction»

Kim Förster, Manchester

Die beiden Beiträge eröffnen die Diskussion über die Frage, welche Konsequenzen der notwendige gesellschaftliche und ökologische Wandel für Architektur und Planung hat.

II. Wiederverwenden statt Wegwerfen

Der zweite Teil richtet den Blick auf das enorme Potenzial, das bereits vorhandene Gebäude und Bauteile bieten.

Kerstin Müller, Zirkular, Basel

Renaud Haerlingen, Rotor, Brüssel

Im Mittelpunkt steht die Wiederverwendung: Wie können bestehende Strukturen erhalten, Bauteile weitergenutzt und Ressourcen im Kreislauf gehalten werden?

Damit verschiebt sich die Perspektive vom Neubau hin zum Weiterbauen, Umbauen und Wiederverwenden.

III. Constructive Futures

Im dritten und letzten Teil werden konkrete Projekte vorgestellt, die zeigen, wie eine solche Zukunft aussehen könnte.

Laurens Bekemans, BC, Brüssel

Xavier Ros Majo, Harquitectes, Barcelona

Anupama Kundoo, Berlin

Ihre Projekte stehen exemplarisch für mögliche «constructive futures» und geben dem Symposium zum Abschluss einen positiven Blick nach vorn.

Constructive Futures – Beyond Concrete
Symposium, Mittwoch, 22.09.2021
FHNW Fachhochschule Nordwestschweiz
Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik
Institut Architektur, Hofackerstrasse 30, CH-4132 Muttenz

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Architekturen für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem urn:uuid:70869e21-b3a1-4143-a11f-615ea44f8740 2026-09-17T21:14:00+02:00 Unsere Ernährungssysteme stehen vor grundlegenden Veränderungen. Klimawandel, wachsende Weltbevölkerung, begrenzte Ressourcen und die zunehmende Urbanisierung stellen die Frage nach unserer zukünftigen Lebensmittelversorgung neu. Doch Ernährung ist nicht nur eine Frage von Landwirtschaft und Konsum. Sie ist auch eine Frage von Raum, Architektur und Infrastruktur.

Mit dem öffentlichen Symposium «Feed the City – Architekturen für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem» widmet sich das Institut Architektur der FHNW im Studienjahr 2023/24 genau diesen Zusammenhängen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Architektur und Planung zu einem erneuerten und nachhaltigen Ernährungssystem beitragen können.

Dabei geht es um weit mehr als um Urban Gardening oder die Frage, wo in der Stadt Gemüse angebaut werden kann. Untersucht werden die gesamten räumlichen und baulichen Kreisläufe unserer Ernährung: von der Produktion über Logistik und Lagerung bis zu Verarbeitung, Konsum, Entsorgung und Weiterverwendung.

Im Fokus stehen grundlegene Fragen: Wie müssen Städte und Regionen organisiert sein, damit Lebensmittel möglichst regional produziert und verteilt werden können? Welche neuen Infrastrukturen braucht es? Und welchen Beitrag kann Architektur leisten, um regionale Wertschöpfung und geschlossene Stoffkreisläufe zu ermöglichen?

Programm

09:00 – Auftakt

09:00 – Begrüßung

09:10 – Allgemeine Einführung
Carolyn Steel, London
«Sitopia: How Food Can Save the World»

09:55 – Diskussion

10:10 – Kollektives Warm-Up
Christina Schumacher, Basel/Zürich

Teil I – Produktion

10:40 – Einführung

10:45 – Inputreferat
Marc Brodbeck, Grienhof, Buus
«Wer ernährt die 9-Millionen-Schweiz?»

11:15 – Best Practice
Dr. Christina Bonanati, Nuglar Gärten
«2000 m² Weltacker – Beispiel für eine zukunftsfähige Landwirtschaft in Nuglar»

11:40 – Diskussion

Teil II – Logistik und Lagerung

13:00 – Einführung

13:05 – Inputreferat
Alexander Tanner, Birsmattehof, Therwil
«Landwirtschaft im städtischen Umfeld, regionale Versorgung, Logistik und Lagerung im Gemüsebaubetrieb»

13:35 – Best Practice
Alexander Franz, Herzog & de Meuron, Basel
«Ricola Kräuterzentrum: ein Dialog zwischen food industry & gebauter Landschaft»

14:00 – Diskussion

Teil III – Verarbeitung und Konsum

14:15 – Einführung

14:20 – Best Practice
Birgit Rothen, Rothen Architektur, Winterthur
«CULINARIUM ALPINUM – Weiterbauen am Kapuzinerkloster in Stans»

14:40 – Inputreferat
Emanuel Amrein, Stadt Biel
«Die Gesunde Ernährung der Stadt Biel – Eine nachhaltige Ernährung umsetzen»

15:15 – Diskussion

Teil IV – Entsorgung und Weiterverwendung

16:00 – Einführung

16:05 – Inputreferat
Claudia Mühlebach, Huber Waser Mühlebach, Luzern
«REAL Recycling Center Emmenbrücke»

16:35 – Best Practice
Pauline Dayer, Wohngenossenschaft Equilibre, Genf
«Haushaltsabwasser im Kreislauf»

17:00 – Diskussion

17:20 – Abschlusspodium

18:00 – Abschlussapéro

Feed the City:
Dienstag, 19. September 2023, 09:00–18:00 Uhr,
Aula/Campus Muttenz.
FHNW Fachhochschule Norwestschweiz

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Wie aus einem Einfall ein "kreativer" Prozess wird urn:uuid:b5cbb920-f18f-4427-b829-9c9e95c28e6a 2026-09-15T22:23:00+02:00 Woher kommt eine gute Idee? Manchmal scheint sie plötzlich da zu sein – ein Geistesblitz, ein unerwarteter Zusammenhang, ein Moment, in dem sich etwas zusammenfügt. Gerade im Design wird Kreativität häufig als eine Art innerer Funke beschrieben: intuitiv, schwer greifbar und kaum planbar. Doch was passiert eigentlich im Kopf, wenn aus einem ersten Einfall eine tragfähige Idee wird?

Mit dieser Frage beschäftigt sich Dr. Örjan de Manzano im Rahmen der Gesprächsreihe Thinking Design des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik. Sein Vortrag «From Spark to Process: Eine neurowissenschaftliche Sicht auf Design und Kreativität» nimmt die kreative Arbeit aus einer neurowissenschaftlichen und kognitionspsychologischen Perspektive in den Blick.

Kreativität besteht offenbar aus mehr als dem berühmten «Aha!»-Moment. Während des kreativen Denkens wechseln Menschen fortwährend zwischen unterschiedlichen Modi: Sie entwickeln neue Möglichkeiten, verbinden Bekanntes auf ungewöhnliche Weise, prüfen Ideen und verwerfen oder verändern sie wieder. Genau dieses Wechselspiel zwischen divergenter Ideenfindung und Bewertung steht im Zentrum des Vortrags.

Dabei spielen unter anderem unser assoziatives Gedächtnis und die Fähigkeit, Analogien herzustellen, eine wichtige Rolle. Sie können dabei helfen, neue und überraschende Verbindungen entstehen zu lassen. Gleichzeitig braucht es Aufmerksamkeit, Kontrolle und den Umgang mit Einschränkungen, damit aus einer originellen Idee auch eine sinnvolle und anwendbare Lösung wird.

Das macht Kreativität zu einem Prozess zwischen Offenheit und Begrenzung: Nicht jede Einschränkung verhindert neue Ideen – manche können sie sogar erst ermöglichen.

Spannend wird es dort, wo die Perspektive vom einzelnen Menschen auf den kreativen Prozess als Ganzes erweitert wird. Denn Design entsteht kaum je im luftleeren Raum. Zusammenarbeit, Kritik und digitale oder analoge Design-Tools beeinflussen, welche Ideen entstehen und welche weiterverfolgt werden. Sie können die Suche nach Neuem unterstützen, aber ebenso dazu führen, dass bestimmte Möglichkeiten gar nicht erst in Betracht gezogen werden. Auch Faktoren wie Stimmung, Zeitdruck und die konkrete Aufgabenstellung verändern die Bedingungen, unter denen wir kreativ arbeiten.

Ist wird daher auch der Frage nachzugehen sein, wann Inkubation, iteratives Feedback oder bewusst gesetzte Einschränkungen kreative Prozesse fördern können – und wie sich Kreativität überhaupt sinnvoll messen lässt. Denn eine Idee muss nicht nur neu sein. Im Design muss sie zugleich in einem bestimmten Kontext funktionieren und relevant sein.

Thinking Design

Die Veranstaltung ist Teil der Gesprächsreihe Thinking Design, die das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik im Rahmen der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 veranstaltet. Die Reihe versteht Design nicht allein als gestalterische Praxis, sondern als eine Form des Denkens und Forschens – als ästhetische, materielle und soziale Praxis, die Wahrnehmung prägt und Wissen hervorbringt.

De Manzano ist Senior Researcher am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik und Mitbegründer des Zentrums für Kultur, Kognition und Gesundheit am Karolinska Institutet in Stockholm. In seiner Forschung verbindet er natur- und geisteswissenschaftliche Perspektiven und untersucht unter anderem die neuronalen Grundlagen kreativer Leistungen sowie das Zusammenspiel von kognitiven Fähigkeiten, Persönlichkeit, Motivation und Lebenserfahrung.

Donnerstag, 17. September 2026, 18:30 Uhr
Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik, ArtLab Foyer
Grüneburgweg 14, 60322 Frankfurt am Main
Vortrag in englischer Sprache

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Entwürfe für die erhitzte Stadt urn:uuid:92d30e60-404c-43f6-8a72-b468a19b6f36 2026-09-13T04:52:00+02:00 Mit der Frage, wie die Stadt der Zukunft aussieht, wenn Hitze zum Normalfall wird und dem Symposium «Staying Cool – Entwürfe für die erhitzte Stadt» eröffnet das Institut Architektur der FHNW das Studienjahr 2026/27 und zugleich das gleichnamige Jahresthema. Im Mittelpunkt steht eine Frage, die für Architektur und Stadtplanung zunehmend dringlich wird: Wie können wir unsere Städte an steigende Temperaturen anpassen und dabei lebenswerte, soziale und gerechte Räume für eine wachsende Bevölkerung schaffen?

Denn die Frage ist längst nicht mehr, ob sich unser Klima verändert, sondern wie stark und wie schnell. Besonders Städte sind von der zunehmenden Erwärmung betroffen. Versiegelte Flächen, dicht bebaute Quartiere und fehlende Grün- und Freiräume verstärken die Hitzebelastung – mit Folgen für Umwelt, Gesundheit und gesellschaftliches Zusammenleben.

«Staying Cool» nimmt diese Herausforderung zum Anlass, Architektur und Stadt als adaptive Lebensräume neu zu denken. Dabei geht es nicht allein um technische Lösungen oder die Reduktion von Energieverbrauch. Gefragt sind vielmehr Strategien, Entwürfe und neue Formen des Zusammenarbeitens, die ökologische, soziale und räumliche Aspekte miteinander verbinden.

Das öffentliche Symposium bringt Expert:innen aus Architektur, Stadtplanung, Landschaftsarchitektur, Gesundheit, Forschung und Kunst zusammen. Sie zeigen, wo wir heute stehen, welche Herausforderungen auf uns zukommen – und welche Ansätze bereits erprobt werden.

Das Programm führt von wissenschaftlichen Perspektiven auf die zunehmende Hitze über Fragen der gesundheitlichen und sozialen Gerechtigkeit bis hin zu konkreten Projekten und Entwurfsstrategien für die Stadt von morgen.

Programm:

09:00 – STAYING COOL
Begrüssung und Einführung mit Prof. Ursula Hürzeler und Prof. Shadi Rahbaran

09:20 – STATUS QUO: THE NEED FOR FUNDAMENTAL CHANGE
Prof. Dr. Sascha Roesler, USI Mendrisio
«Subtropical Switzerland»

10:00
Prof. Daniel A. Barber, TU Eindhoven
«Cooling Justice: Architecture, Air Conditioning and the Design of an Equitable Future» (EN)

Stadtgesellschaft & Klima

11:00
Dr. Martina Ragettli, Swiss TPH
«Staying Cool. Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz»

11:30
Alice Guilbert, Universität Genf
«Thermal Comfort and Social Inequality in Geneva Households» (EN)

Stadtlandschaft & Ökologie

12:00
Prof. Dr. Martin Berchtold, RPTU Kaiserslautern
«Keep Cool – Cool Down. Klimaanpassungskonzepte für Städte»

Nachmittag: Best Practice – Entwürfe für die erhitzte Stadt

13:30
Rückblick auf den Vormittag mit Martina Hügi

13:45
Dr. Carlo W. Becker, bgmr Landschaftsarchitekten, Berlin
«Stellschrauben für das Gelingen der Hitze- und Dürrevorsorge in der Stadt von morgen»

14:15 – Podium
mit Bettina Walch (Asphaltknackerinnen), Emma Thomas & Sara Ellenberger Vaner (mein Baum dein Baum) und Jascha van Gogh (Verein Dachbegrünung)

15:00
Prof. Matthias Rudolph, Transsolar
«Comfort Strategies Beyond A/C»

16:00
Niklaus Graber, Graber & Steiger Architekten, Luzern
«Lernen vom Delta: Klimasensitive Architekturpraxis in Bangladesch»

16:30
Jun. Prof. Christina Köchling, Felgendreher Olfs Köchling, Berlin
«Über das Baumhaus»

Abschluss

17:00
Prof. Dr. Christian Janecke, HfG Offenbach
«Coolness und Kunsthochschulbau»

17:30
Rückblick auf den Nachmittag mit Martina Hügi

18:00
Ausklang mit Apéro

Das Symposium ist öffentlich.

Staying Cool – Entwürfe für die erhitzte Stadt
Dienstag, 15. September 2026, 09:00–18:00 Uhr
Aula FHNW Campus Muttenz

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DAAD Scholarship for Doctoral Candidates and Design Students urn:uuid:8bd74623-f51a-4410-a1a2-7218966a90c9 2026-09-11T05:10:00+02:00 The HfG Offenbach is offering two DAAD scholarship programmes for the winter semester 2026/27, supporting international students and doctoral candidates in different stages and circumstances of their studies.

DAAD Completion Scholarships

The DAAD Completion Scholarships are aimed at international students with excellent academic and artistic or design achievements who are approaching the completion of their studies at HfG Offenbach.

For the winter semester 2026/27, four scholarships will be awarded – two in each department (art and design).

Each scholarship provides €300 per month for six months, from September 2026 to February 2027. The scholarship payment for September 2026 will be made retroactively.

Who can apply?

International students from both departments are eligible to apply if they:

_ do not hold German citizenship,
_ can demonstrate that they intend to complete their degree at HfG Offenbach within the next two semesters, and
_ did not obtain their university entrance qualification at a school in Germany.
Selection

Applications will be reviewed by a committee at HfG Offenbach. Particular consideration will be given to the applicants’ academic and artistic or design achievements, as well as their motivation.

Applicants will be informed of the committee’s decision within one month after the application deadline.

Application

The following documents must be submitted as PDF files, in German or English:

_ Portfolio
_ Letter of motivation (maximum one page)
_ Current transcript of records

Application deadline: 10 October 2026

If you are interested or have any questions, please contact Jana Wardag at the HfG International Office: team.internationales@hfg-offenbach.de. She will provide you with the link for submitting your application documents.

DAAD Scholarships for Equal Opportunities

The DAAD Scholarships for Equal Opportunities are intended to support international students and doctoral candidates who face additional challenges during their studies or doctoral research due to particular personal circumstances.

For the winter semester 2026/27, four scholarships will be awarded – two in each department.

Each scholarship provides €300 per month for six months, from September 2026 to February 2027. The scholarship payment for September 2026 will be made retroactively.

Who can apply?

International students and doctoral candidates from both departments are eligible to apply if at least one of the following criteria applies to them:

_ refugee background
_ disability with a degree of disability (GdB) of at least 50
_ chronic illness
_ being a single parent with one or more children
_ caring for relatives

Selection

Applications will be reviewed by a committee at HfG Offenbach. The selection process will take into particular consideration the applicant’s personal circumstances and the additional challenges these circumstances create during their studies or doctoral research.

Applicants will be informed of the committee’s decision within one month after the application deadline.

Application

Applicants must submit:

_ proof of enrolment or equivalent proof of doctoral studies at HfG Offenbach
_ the application form
_ appropriate documentation confirming the relevant personal circumstances, depending on the criterion concerned (e.g. residence permit or other proof of refugee background, disability ID, medical certificate, birth certificate of the child/children, or suitable documentation confirming responsibility for caring for relatives)

In the case of a chronic illness, a medical certificate issued no more than six months ago is required. The specific diagnosis does not need to be disclosed.

If no official documentation is available to confirm the relevant personal circumstances, a self-declaration may be accepted following consultation with the International Office.

Application deadline: 10 October 2026

If you are interested or have any questions about the scholarship or the application process, please contact Jana Wardag at the HfG International Office: team.internationales@hfg-offenbach.de. She will provide you with the link for submitting your application documents.

Both scholarship programmes are intended to provide targeted support to international members of the HfG community and to help create equal opportunities for successful study and doctoral research.

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Designing with the Uncontrollable urn:uuid:312034cc-2960-41b6-b51f-c8db71dc351a 2026-09-10T08:14:00+02:00 From 10–12 September 2026, the Design Modelling Symposium (DMS26) will take place at EPFL Lausanne and Fribourg, Switzerland, bringing together researchers, architects, engineers and designers working at the intersection of design, computation, materials and fabrication.

The 10th edition of the symposium is titled “Care to Decide (?) – The Art of Designing with the Uncontrollable”. The conference addresses a central question for contemporary design practice: what happens when designers no longer seek to fully control the conditions of design, but instead learn to work with material behaviour, environmental conditions, machines, artificial intelligence and other forms of agency?

Three days, three perspectives

The programme is structured around three broad thematic perspectives: designing with materials and the machine, designing with people and the machine, and the changing role of computational decision-making. Across the three days, keynote lectures, research papers, case studies, a Research & Practice Hackathon, laboratory tours and exhibitions explore different forms of human–machine and material–design interaction.

Day 1 – Lausanne

The symposium opens with Corentin Fivet and Stefana Parascho, followed by a keynote from Kirstin Hagelskjaer Petersen (Cornell University), “Emergent Construction in Insect and Robotic Swarms.” The first day also features a Research & Practice Hackathon, a lab tour and exhibition, and a keynote by Anne Katrin Burghartz (schlaich bergermann partner) entitled “The Art of Engineering Art.” The day concludes with a welcome reception.

Day 2 – Fribourg: Circularity and Fabrication

The second day begins with Deepika Raghu (ETH Zurich) and her keynote “AI-Driven Building Stock Intelligence for Circular Construction.”

The morning paper sessions focus on circularity, including computational approaches to modular reuse, structures made from reused parachute fabrics, reusable formwork and reconfigurable shell structures.

The afternoon shifts towards circular timber and fabrication. Among the contributions are research on reclaimed timber, robotic joinery, material deviations and computational frameworks for working with existing building elements.

Particularly relevant to questions of digital fabrication is Paper Session 3, “Fabrication”, with contributions including:

Repositioning Control: Advancing Natural Fiber Composites in Architecture
Directional-Field-Based Segmentation for Digital Fabrication Constraints
Fib-Earth Slab: An Adaptive Design-to-Fabrication Framework
From Craft to Component: Scaling Dry Lacquer Heritage through Material-Informed Additive Manufacturing

A second fabrication session addresses robotic mosaic construction, mineral printing, scan-to-CAD workflows and the negotiation between material, performance and fabrication.

The day concludes with a keynote by Jenny Sabin (Cornell University), “Biosynthetic Design: Choosing What to Leave Undecided.”

Day 3 – Humans, Computers and Materials

The final day opens with Mascha Fehse (HBK Saar / OH-Studio Berlin) and the keynote “Designing Endurance: Thinking Space with Materials, Energies, Users, Atmospheres and Other Agencies.”

The morning sessions focus on human–machine collaboration, including robotic assembly, adaptive timber structures, collaborative design networks and strategies for designing with uncertainty.

One particularly interesting contribution is Seiichi Suzuki’s “Encoding High-Complexity Digital Models Into Accessible, Low-Tech Fabrication and Assembly Instructions”, which examines the translation between complex computational models and accessible fabrication processes.

The afternoon turns towards computers and timber. Topics include material learning with neural networks, material-responsive design, self-shaping wood, full-scale prototyping and fabrication-aware optimization.

The final keynote is given by Mennatallah El-Assady (ETH Zurich), “Humans, Machines, and the Space Between: Engineering Effective Human-AI Partnerships.”

From constraints to design resources

One of the particularly interesting aspects of DMS26 is its focus on situations in which control is incomplete or impossible. Materials have their own properties and histories, reclaimed elements introduce deviations, fabrication processes impose constraints, and computational systems increasingly participate in design decisions.

Rather than treating these conditions simply as limitations, many of the contributions investigate how they can become active components of the design process.

This makes the symposium relevant not only to computational design and architecture, but also to broader questions in design research: How do material and technical conditions influence design decisions? How can constraints be translated into design strategies? And how can experimentation with tools, materials and fabrication processes generate transferable design knowledge?

The combination of theoretical contributions, case studies and full-scale experimentation makes DMS26 a valuable platform for exploring these questions from different perspectives.

The complete programme, including all speakers, paper sessions and events, is available on the Design Modelling Symposium website.

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Wenn Forschung sichtbar werden will – Versuchslabor für Wissenschaftliche Formen urn:uuid:b570bcc2-c16d-45a4-812f-6ce20356f231 2026-09-06T03:34:00+02:00 Wissenschaft hat sich über Jahrhunderte daran gewöhnt, ihre Erkenntnisse in Texten zu ordnen. Argumente werden entwickelt, Begriffe definiert, Belege angeführt und Schlussfolgerungen gezogen. Selbst dort, wo es um Bilder, Räume, Körper oder gestaltete Dinge geht, bleibt der wissenschaftliche Text häufig das eigentliche Medium der Erkenntnis. Fotografien, Diagramme und Zeichnungen stehen daneben und sollen veranschaulichen, was der Text bereits erklärt hat.

In der Designforschung ist diese Ordnung zunehmend brüchig geworden. Verschiedene subdisziplinäre Felder des Designs haben im Laufe der Zeit Formen der Forschung hervorgebracht, die sich nicht ohne Weiteres in das “klassische” Format des wissenschaftlichen Papers übersetzen lassen. Ein Prototyp kann hier ein Argument sein, eine Skizze eine Form des Denkens, ein Film eine Methode der Beobachtung. Auch persönliche Erfahrung, Materialität und visuelle Wahrnehmung werden nicht mehr zwangsläufig als subjektive Störungen eines vermeintlich objektiven Forschungsprozesses verstanden, sondern können selbst Teil der Erkenntnis sein.

Damit verändert sich nicht nur die Frage, was Designforschung untersucht. Es verändert sich auch die Frage, wie sie ihre Erkenntnisse zeigen kann.

In diesem Umfeld ist “Seeing Interaction Design” zu verorten, ein jüngst bei Springer erschienener Sammelband, herausgegeben von Shunying An Blevis, Eli Blevis, Makayla Lewis und Miriam Sturdee. Der Band widmet sich dem sogenannten „Pictorial“ – einer Forschungsform, in der visuelle Gestaltung nicht bloß Illustration eines wissenschaftlichen Arguments ist, sondern selbst an dessen Entwicklung und Vermittlung beteiligt sein soll.

Das ist zunächst ein formales Anliegen, hat aber weitreichende Konsequenzen. Denn wer Bilder nicht mehr als Beigabe, sondern als Teil des Arguments versteht, muss auch die wissenschaftlichen Konventionen von Evidenz, Autor:innenschaft und Nachvollziehbarkeit neu betrachten. “Seeing Interaction Design” ist in diesem Sinne ein Buch über die epistemologischen Möglichkeiten des Sehens.

Die Beiträge sind in fünf Themenblöcke geclustert: Sustainability, Seeing and Noticing, Pushing Boundaries, Inspirations und For Educators. In „Selfie Time, Wisdom of Years, Dark Hair, and Visible Mending“ verbinden Shunying An Blevis und Eli Blevis fotografische und persönliche Beobachtungen mit Fragen des nachhaltigen Designs. Alter, Körper, Gebrauch und Reparatur werden zu visuellen Spuren einer Konsumkultur, in der Dinge und Menschen gleichermaßen von Vorstellungen des Neuen und Makellosen geprägt sind. Besonders das „Visible Mending“, das bewusste Sichtbarmachen von Reparaturen, funktioniert dabei als prägnantes Gegenbild zur Logik des Wegwerfens.

Einen anderen Ansatz verfolgt Zaiqiao Yes Beitrag „Seeing Robots Wearing Clothes“. Menschen ziehen Robotern Kleidung an – eine zunächst eher skurril wirkende Praxis. Ye macht daraus jedoch einen Zugang zu einer größeren Frage: Wie werden Roboter sozial und kulturell eingeordnet, und was geschieht, wenn wir ihnen über Kleidung menschliche Eigenschaften und Rollen zuschreiben? Die Verbindung von Material aus sozialen Medien und Beobachtungen eines Robotik-Workshops zeigt beispielhaft, wie das Pictorial seinen Gegenstand nicht nur dokumentiert, sondern über eine bestimmte Form des Sehens überhaupt erst hervorbringt.

Im Beitrag „Conversational Composites: Unexpected Layers“ von Mafalda Gamboa, Miriam Sturdee und Sara Ljungblad wird diese Logik der Montage noch expliziter. Unterschiedliche visuelle und kommunikative Elemente werden übereinandergelagert, ohne sie vollständig in eine einzige, eindeutige Aussage zu überführen. Erkenntnis entsteht hier aus der Beziehung zwischen den einzelnen Teilen. Das ist eine der interessantesten Eigenschaften des Pictorials: Es kann Mehrdeutigkeit zulassen, wo ein “klassischer” wissenschaftlicher Text häufig auf begriffliche Eindeutigkeit drängt.

Besonders deutlich wird die gesellschaftliche Dimension dieses Ansatzes im Abschnitt „Seeing and Noticing“. „Noticing the Rhythms: Women Street Vendor Regulation and Resistance in the Historical Center of Guatemala City“ von Gustavo Fernandez, Andrea Echeverria, Katreen Boustani, Lucy Lemus und Christena Nippert-Eng richtet die Aufmerksamkeit auf Straßenhändlerinnen im historischen Zentrum von Guatemala-Stadt. Regulierung und Widerstand erscheinen hier nicht als abstrakte politische Kategorien, sondern als etwas, das sich in Bewegungen, räumlichen Anordnungen und alltäglichen Praktiken beobachten lässt.

Mit Christena Nippert-Eng ist eine prominente sozialwissenschaftliche Perspektive vertreten, die den Designforschungskontext produktiv erweitert. Ihre Beteiligung macht deutlich, dass das visuelle Forschungsformat nicht auf HCI beschränkt bleiben muss. Gerade für die Untersuchung des Alltags, von Räumen und sozialen Beziehungen bietet es Möglichkeiten, die in einer rein textlichen Darstellung leicht verloren gehen.

Eine noch grundsätzlichere Erweiterung des Blicks findet sich in „Film in More-Than-Human Design: Using Film to Envision Beyond the Human“ von Heidi Biggs, Doenja Oogjes und Shaowen Bardzell. Bardzell, eine der prägenden Stimmen der feministischen und kritischen HCI-Forschung, bringt hier die Frage nach Perspektive und Macht des Sehens mit einer mehr-als-menschlichen Perspektive zusammen. Film reduziert sich schließlich nicht auf einen dokumentarischen Blick, sondern ist selbst Mittel, um andere Formen der Wahrnehmung vorstellbar zu machen.

Bei all dem geht es auch darum, die Bedingungen des eigenen Blicks zu reflektieren. Was wird sichtbar? Was wird übersehen? Welche Perspektiven werden privilegiert – und welche bleiben außerhalb des Bildes?

Diese Frage zieht sich auch durch „You Should Get to Know Each Other“ von Makayla Lewis und Miriam Sturdee, das zehn Jahre des Sketching in der HCI reflektiert. Die Skizze erscheint hier nicht als vorläufige Version eines späteren, „eigentlichen“ Designs, sondern als eigenständige Form des Denkens.

Der Themenblock „Pushing Boundaries“ treibt diese Öffnung noch weiter. Dianya Mia Hua untersucht in „Fabric, Beads, and Yarn: Crafting (for) Women’s Orgasm“ handgefertigte Artefakte im Kontext weiblicher Sexualität und Selbstbestimmung. Körper, Material und persönliche Erfahrung werden miteinander verbunden. Gerade hier zeigt sich allerdings auch eine Spannung, die das gesamte Buch begleitet. Wenn subjektive Erfahrung, Intimität und Materialität zu wissenschaftlichem Material werden, reichen die traditionellen Kriterien wissenschaftlicher Objektivität nur bedingt aus. Das Pictorial eröffnet neue Möglichkeiten der Darstellung – zugleich muss es sich fragen lassen, nach welchen Maßstäben solche Darstellungen beurteilt werden können.

Diese offene Frage ist keine nebensächliche Schwäche des Bandes. Sie gehört zu seinem eigentlichen Thema. Besonders aufschlussreich wird das in „Plurality, Revisited“, an dem Miriam Sturdee, Makayla Lewis, Josh Urban Davis, Angelika Strohmayer, Sarah Fdili Alaoui, Nantia Koulidou und Katta Spiel beteiligt sind. Schon die Zusammensetzung der Autor:innen steht für einen Anspruch, der sich durch viele Beiträge zieht: Forschung ist keine vollkommen neutrale Tätigkeit, sondern entsteht aus unterschiedlichen Positionen, Biografien und Praktiken.

Der Beitrag versammelt hier gleich mehrere wichtige Stimmen einer kritischen, embodied HCI-Forschung. Die eigene Position der Forschenden wird hier nicht aus dem Forschungsprozess herausgerechnet, sondern selbst zum Gegenstand. Das Ergebnis ist ein Verständnis von Forschung, das stärker mit Begriffen wie Pluralität, Positionierung und Selbstreflexion arbeitet als mit der herkömmlichen Vorstellung des distanzierten Beobachters.

Auch „Looking Over the Details“ von Andy Boucher passt in dieses Bild. Der Beitrag richtet den Blick auf Details, die in konventionellen Forschungsprozessen leicht als nebensächlich erscheinen. Damit erinnert er an eine der vielleicht wichtigsten Fähigkeiten visueller Forschung: Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Im letzten Teil, „For Educators“, wird diese Idee auf die Lehre übertragen. Shunying An Blevis und Eli Blevis verbinden in „Design Challenge Based Learning, Quilts, Promptosketches and Promptotypes“ unterschiedliche Formen des visuellen und materiellen Gestaltens mit einem konstruktivistischen Lernverständnis. Bemerkenswert ist dabei die Verbindung traditioneller handwerklicher Formen wie Quilts mit neueren Praktiken des Arbeitens mit Prompts und generativen Systemen.

Noch unmittelbarer in die Gegenwart führt Akesha Hortons Beitrag „Examining AI-Generated Art in the Educational Context“. Die Frage nach dem Verhältnis von Mensch, Maschine und Bildproduktion verschiebt sich hier in den Bildungsbereich: Was bedeutet es, Gestaltung zu lernen, wenn Bilder zunehmend auch von generativen Systemen erzeugt werden können? Und welche Rolle spielen dann noch Autor:innenschaft, die so genannte “Kreativität” und handwerkliche Kompetenz?

Den Abschluss bildet „Wacky Encodings for Humanities Visualization“ von Richard Brath, Johanna Drucker, Johannes Liem, Christophe Schuwey und Joris J. van Zundert. Die Perspektive weitet sich damit noch einmal über HCI und Design hinaus. Visualisierung wird als Möglichkeit verstanden, auch geisteswissenschaftliche Gegenstände anders zu strukturieren und wahrnehmbar zu machen.

Das Buch versammelt und diskutiert Beispiele und Ansätze aus Fotografie, Zeichnung, Film, sowie Artefakte, textile Arbeiten, visuelle Montagen und KI-generierte Bilder, die ihrerseits unterschiedliche Möglichkeiten bieten, Forschung zu betreiben und zu vermitteln.

Das ist zugleich die Stärke und die Herausforderung des Buches. Bilder sind nicht automatisch unmittelbarer oder wahrer als Texte. Auch ein Foto ist eine Auswahl; auch eine visuelle Komposition ist eine Interpretation. Wer Bilder als wissenschaftliche Argumente ernst nimmt, muss deshalb auch über ihre Evidenz, ihre Lesbarkeit und ihre Grenzen sprechen.

Das geschieht in und mit diesem Buch.


Shunying An Blevis, Eli Blevis, Makayla Lewis, Miriam Sturdee (Eds.): Seeing Interaction Design. Cham: Springer, 2026. 1. Auflage, VIII + 274 S., 46 s/w- und 177 farbige Abb. ISBN 978-3-032-14199-6 (Hardcover), ISBN 978-3-032-14200-9 (eBook). DOI: 10.1007/978-3-032-14200-9.

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Rethinking the Station: Designing the Heart of Future Mobility urn:uuid:3e290a81-4ffa-4238-a7a1-f1963c4e612a 2026-09-01T04:43:00+02:00 What makes people choose the train—and what makes them want to keep choosing it? A railway station is much more than a place to arrive and depart. It is the point where different modes of transport meet, where journeys begin and end, and not least, where people spend time between connections. If rail is to play a central role in the mobility transition, stations need to become places that make multimodal mobility intuitive, attractive and accessible.

This was the focus of the research project “Station of the Future as the Core of Multimodal Mobility Platforms in Municipalities” (“Bahnhof der Zukunft als Kern multimodaler Mobilitätsplattformen in Kommunen”). An interdisciplinary consortium comprising the Institute for Social-Ecological Research (ISOE), Nuts One, Gateways Architects Amsterdam, the Wuppertal Institute, aproxima and Zahlengrün investigated how stations need to be designed and equipped to attract passengers and retain them over the long term.

Alongside a representative nationwide survey, the project tested the effectiveness of different design approaches in virtually realised “stations of the future”. One of the key findings – not completely surprising, but still important to keep in mind – is that design plays a fundamental role in how people understand and experience the mobility system.

This is particularly important at the interfaces between rail and other forms of mobility: local public transport, cycling, sharing services and walking. When these connections are clearly communicated and spatially coherent, switching between modes becomes easier and more natural.

The Offenbach Institute for Mobility Design (OIMD) at the Offenbach University of Art and Design (HfG Offenbach), led by Prof. Peter Eckart and Prof. Dr Kai Vöckler, focused on the needs and expectations of users. The institute initiated the development and visualisation of the future vision, developed measures to improve the mobility experience, and created the visualisations used for the VR simulations in the surveys.

Thoughtful lighting, intuitive wayfinding and a coherent spatial design can significantly influence whether travellers feel comfortable and safe. They can also help people orient themselves and, importantly, understand the station as part of a wider multimodal mobility network. The project’s vision challenges the traditional understanding of the railway station. A station should no longer be seen merely as a place of arrival and departure, but as the heart of an integrated mobility system.

This shift has practical consequences. A successful station of the future should make it immediately apparent how different modes of transport connect: where to catch a bus or tram, where to find a bicycle, how to access sharing services, and how to continue a journey on foot. Crucially, this principle should not be limited to major railway hubs. Every station—even the smallest one—can become a node in a connected mobility network.The project therefore produced not only a research report, now published by the German Centre for Rail Transport Research (DZSF), but also a catalogue of practical measures, a brochure summarising the key findings, and a future vision for the station as an integrated mobility platform.

The research points to a broader lesson: the quality of the time people spend at stations is not a “nice to have”. If public transport is expected to become a more attractive alternative to private car use, the entire mobility experience matters. This includes the moments between modes—the waiting, orientation, transfer and movement through a station.

Good design can make these processes feel effortless. It can reduce uncertainty, communicate choices clearly and create an environment in which different forms of mobility work together rather than appear as separate systems. The station of the future is therefore not simply about new infrastructure or additional services. It is about creating a coherent experience of mobility.

When architecture, lighting, wayfinding and mobility services are designed as one system, multimodality can become something people understand intuitively. And that may be one of the most important design challenges for the mobility transition: making sustainable mobility not only possible, but obvious, comfortable and … desirable.

The publications from the research project—including the research report, practical measures catalogue, brochure and future vision—are available from the German Centre for Rail Transport Research (DZSF – Deutsches Zentrum für Schienenverkehrsforschung beim Eisenbahn-Bundesamt).

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Designing Everyday Experience urn:uuid:86d30ace-a7cc-446a-95f2-a989c006df58 2026-08-17T04:58:00+02:00 Design und ästhetische Erfahrung im Alltag rücken in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus kultur- und designphilosophischer Forschung, weil sich die klassische Trennung zwischen „alltäglichen Gebrauchsgegenständen“ und „ästhetisch relevanten Objekten“ zunehmend als unzureichend erweist. Dinge, Räume und Routinen werden dabei nicht mehr nur als funktionale oder materielle Gegebenheiten verstanden, sondern als Strukturen, die Wahrnehmung, Verhalten und soziale Beziehungen aktiv mitformen. Damit verschiebt sich der analytische Blick von einzelnen Designobjekten hin zu Erfahrungszusammenhängen: Wie entstehen Atmosphären in Räumen? Wie prägen alltägliche Objekte Gewohnheiten? Und auf welche Weise werden Lebensformen durch Gestaltung überhaupt stabilisiert oder verändert? In diesem Rahmen wird Design zu einem zentralen Untersuchungsfeld, weil es nicht nur materielle Artefakte hervorbringt, sondern Bedingungen ästhetischer Erfahrung im Alltag strukturiert.

Vor diesem Hintergrund setzt der Band „Designing Everyday Experience: Objects, Spaces, Habits“ an, der Beiträge versammelt, die genau diese Verschiebung systematisch ausloten. Ausgangspunkt ist die These, dass Design nicht primär als Produktion funktionaler oder ästhetisch herausragender Einzelobjekte verstanden werden sollte, sondern als Praxis, die sich in die alltägliche Erfahrungswelt einschreibt und dort unterschiedliche Ebenen – Objekt, Raum und Gewohnheit – miteinander verknüpft. Die Einleitung verankert diese Perspektive im Feld der Everyday Aesthetics und verbindet sie mit designhistorischen und gegenwartsbezogenen Debatten, etwa zur Nachhaltigkeit, zur Rolle von Atmosphären oder zur Frage nach der sozialen und ethischen Dimension von Gestaltung.

Der erste Themenblock zu Objekten zwischen funktionalen und symbolischen Werten zeigt zunächst, wie instabil die klassische Unterscheidung von Funktion und Bedeutung geworden ist. Michalle Gal setzt bei einer Kritik des Funktionalismus an und beschreibt Designobjekte als offen für unterschiedliche Formen der Aneignung und Wahrnehmung, wodurch ihre Bedeutung nicht vollständig durch ihre Zweckbestimmung erklärbar ist. Dan Eugen Ratiu verlagert diese Perspektive in organisationale Kontexte und analysiert, wie Arbeitsräume durch Gestaltung bestimmte Verhaltensweisen und soziale Dynamiken hervorbringen, etwa in Co-Working-Umgebungen. Bei Monika Bokiniec steht mit dem Bullet Journaling eine Praxis im Zentrum, in der Gestaltung, Selbstorganisation und ästhetische Selbstbezüge ineinandergreifen und Design als Teil alltäglicher Selbsttechniken sichtbar wird. María Jesús Godoy untersucht hingegen Erinnerungsobjekte im Kontext von Verlust und zeigt, wie Dinge emotionale und biografische Bedeutungen tragen, die über ihre funktionale Dimension hinausgehen. Eszter Babarczy schließlich verbindet diese Perspektiven mit Fragen der Nachhaltigkeit und beschreibt, wie Designpraktiken den Umgang mit Dingen im Sinne von Care, Reparatur und Dauerhaftigkeit prägen können.

Der zweite Block verschiebt den Fokus auf Räume, Atmosphären und urbane Umgebungen. Abel B. Franco zeigt anhand scheinbar marginaler Materialeigenschaften, wie stark räumliche Wahrnehmung durch kleinste gestalterische Details beeinflusst wird und wie sich daraus umfassendere Vorstellungen von Raumqualität ergeben. Elisabetta Di Stefano diskutiert mit dem Konzept des „tactical urbanism“ Formen temporärer, gemeinschaftlicher Raumaneignung, in denen Gestaltung als soziale und partizipative Praxis sichtbar wird. Lisa Giombini untersucht touristische Atmosphären und die Frage, wie Authentizität im Spannungsfeld von Inszenierung und Erfahrung ästhetisch wahrgenommen wird. Bálint Veres analysiert das Beispiel IKEA als kulturelles Dispositiv, das Vorstellungen von Wohnen und Alltagsästhetik prägt und standardisierte Räume mit affektiven Bedeutungen auflädt. Barbara Formis verbindet schließlich räumliche Erfahrung mit körperlicher Praxis und beschreibt Gesten als Medium verkörperter Raumproduktion.

Der dritte Teil richtet den Blick auf Gewohnheiten und alltägliche Praktiken als zentrale Orte ästhetischer Erfahrung. Yuriko Saito interpretiert Reinigung als ethisch und ästhetisch relevante Care-Praxis, in der sich ein verantwortlicher Umgang mit Materialität ausdrückt. Alessandro Bertinetto entwickelt die Idee eines „ästhetischen Selbst“, das sich über alltägliche Objekte und Routinen formt und in dem Design Teil von Subjektbildung wird. Sophie Fétro richtet den Blick auf die kreativen Potenziale des Alltäglichen und zeigt, wie Design aus bestehenden Routinen neue Deutungs- und Handlungsmöglichkeiten entwickeln kann. Mads Nygaard Folkmann schließlich rahmt diese Perspektiven theoretisch, indem er die Grenze zwischen gewöhnlichem und außergewöhnlichem Design nicht als Gegensatz, sondern als kontinuierliches Feld ästhetischer Intensitäten beschreibt.

Design zeigt sich hier abermals als ein Geflecht aus materiellen, räumlichen und habituellen Strukturen, das nicht nur einzelne Objekte hervorbringt, sondern Bedingungen dafür schafft, wie Alltag überhaupt erlebt und organisiert wird.

Di Stefano, Elisabetta; Giombini, Lisa; Veres, Bálint (2026):
Designing Everyday Experience. Objects, Space, Habits.
Springer, ISBN 978-3-032-17426-0
149,90 €

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Frank Zebner: A Life in Design urn:uuid:5d01a4ee-3ebd-48ca-8536-076946acc68d 2026-08-13T00:07:00+02:00 It is with great sadness that we learned of the passing of Frank Georg Zebner, who died on 9 August 2026 after a serious illness. Over the course of a distinctly international career, Zebner moved between design practice, industry and education, working across product design and technology.

Born in 1962, he belonged to a generation of designers whose careers reflected the transformation of industrial design towards interaction and complex product systems. Zebner studied in Munich, Schwäbisch Gmünd and Offenbach. His early professional career took him to Munich, London and San Francisco, including positions at frog design, Moggridge Associates and ID TWO, later IDEO. Working with Bill Moggridge contributed to his focus on interaction design. In the mid-1990s, he joined Siemens, where, as Head of Interface and Transportation Design, he worked on infrastructure and mobility projects for public transportation.

In 1997, Zebner became Professor of Product and Communication Design in Schwäbisch Gmünd. From 2008 onwards, he taught at the Hochschule für Gestaltung Offenbach, focusing on technical products and product systems, and later industrial design. Through the Design Institute of Technology, which he founded, he developed projects with companies including Audi, Lamy and Lufthansa.

His professional career was notably international. Alongside his work in Offenbach, he taught as a visiting and honorary professor in Taiwan, China and Australia and served on the juries of international design awards. At HfG Offenbach, Zebner also took on institutional responsibility. He served as Dean of the Design Department from 2010 to 2016.

His career brought together several strands of design: product development, the experience of international design consultancies, and teaching. It was this combination of professional practice and education that defined much of his work.

With Frank Georg Zebner, the design community loses a designer and educator who experienced and helped shape important shifts in the discipline — from industrial and product design to interfaces, mobility and increasingly complex systems.

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Stellenausschreibung Urban Design (Künstlerische Mitarbeit) urn:uuid:3cd4416a-0bec-4c65-b5b5-a930e6e4f365 2026-08-12T04:21:00+02:00 An der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG), Fachbereich Design, ist zum 01.09.2026, befristet bis zum 31.03.2027, die Stelle einer / eines Künstlerische_n Mitarbeiters/in im Lehrgebiet Urban Design w/m/d (Teilzeit 40%, bis E 13 TV-H, befristet) zu besetzen.

Die Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach ist eine Kunsthochschule des Landes Hessen in der eine zeitgenössische und zukunftsorientierte Lehre praktiziert wird, die durch einen vielfältigen Austausch zwischen den freien, den angewandten und den theoretischen Fachgebieten gekennzeichnet ist. Die HfG Offenbach hat zwei Fachbereiche – Kunst und Design – und besitzt das Promotionsrecht.

Zu den Aufgaben gehören

Die konzeptionelle und inhaltliche Mitarbeit, Vorbereitung, Betreuung und teilweise Durchführung von Lehrangeboten im Grund- und im Hauptstudium Unterstützung bei der Konzeption, Vorbereitung, Organisation und Durchführung von Exkursionen, Workshops, Präsentationen und Ausstellungen
Unterstützende Betreuung von studentischen Arbeiten Unterstützung bei der Organisation, permanenten Aktualisierung des Lehrgebiets, der räumlichen, analogen und digitalen Entwurfswerkzeuge (Hard- und Software) Aktive Betreuung und Dokumentation von studentischen Arbeiten Forschende Arbeit an eigenen sowie Projekten des Lehrgebietes und Drittmittelprojekte

Profil

Abgeschlossenes Designstudium an einer Kunsthochschule oder Universität.
Erfahrungen in der visuellen, räumlichen und gestalterischen Analyse von urbanen Räumen und Prozessen. Dies umfasst Methoden des Mapping, der Modellbildung, 3D-Visualisierung und die verständliche Darstellung komplexer räumlicher Zusammenhänge.
Erfahrungen in Projektkoordination, Museumspädagogik, kultureller Vermittlung und der Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Institutionen. Dies umfasst Dokumentation, visuelle Aufbereitung und adressatengerechte Kommunikation von Lehr- u. Forschungsergebnissen.
Erfahrungen und Überblick über den Designbereich, Berufsfelder und aktuellen Technologien.
Hohe Eigenmotivation, Forschungsinteresse und kritisch reflektierte Auseinandersetzung im Design und angrenzenden Bereichen.
Interesse an der Zusammenarbeit mit angrenzenden und anderen Wissenschaftsbereichen.
Erfahrungen und Wissen im Umgang mit digitalen und analogen Technologien.

Für diese Stelle bietet die Hochschule:

ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Tätigkeitsfeld in der anregenden Atmosphäre einer Kunsthochschule;
eine zunächst bis 31.03.2027 befristete Tätigkeit. Eine Verlängerung des Vertrages wird angestrebt. Die Beschäftigung dient der beruflichen Qualifikation, es soll ein künstlerisches/gestalterisches oder wissenschaftliches Qualifizierungsprojekt realisiert werden.
Das unentgeltliche Landesticket Hessen nach Maßgabe des derzeit gültigen Tarifvertrages TV-H;
flexible familienfreundliche Arbeitszeiten im Einklang mit den Vorlesungszeiten.
Vielfalt ist uns ein Anliegen. Wir setzen uns für Chancengleichheit und eine gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsleben ein. In allen Statusgruppen streben wir eine ausgewogene Geschlechterrelation an. Deshalb werden wir Frauen* bei gleichwertiger Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt berücksichtigen. Wir begrüßen Bewerbungen von Menschen aller Nationalitäten, von People of Color, Schwarzen Menschen sowie von Bewerber:innen mit Flucht- oder familiärer Migrationsgeschichte. Menschen mit Behinderungen im Sinne des § 2 Abs. 2 SGB IX werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt berücksichtigt. Die HfG Offenbach unterstützt die Vereinbarkeit von Beruf und persönlicher Lebenssituation.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung mit aussagekräftigen Unterlagen und Dokumenten über unser Onlineportal bis zum 28.07.2026.

Einreichung hier

Für Fragen zum Stelleninhalt steht Ihnen Herr Prof. Dr. Kai Vöckler, voeckler@hfg-offenbach.de, gerne zur Verfügung.

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KI als kulturelle Praxis urn:uuid:5f25e8f9-8246-4903-b299-054b16b67d45 2026-08-11T10:21:00+02:00 Mit der zunehmenden Verbreitung generativer KI stellen sich auch grundlegende Fragen nach Autorschaft, Wirklichkeit und den gesellschaftlichen Bedingungen von Wissens- und Bildproduktion. Der Sammelband »KI&«, erschienen im Distanz Verlag, nähert sich diesen Fragen aus der Perspektive von Kunst, Design und Geisteswissenschaften.

Herausgegeben wurde der Band von Mattis Kuhn und Leon-Etienne Kühr, die gemeinsam das KI-Lab an der Hochschule für Gestaltung Offenbach leiten, sowie von Alex Oppermann, Professor für Elektronische Medien. Versammelt sind Essays, theoretische Beiträge, künstlerische Arbeiten und ästhetische Experimente.

Im Fokus steht weniger die technische Funktionsweise Künstlicher Intelligenz als ihre Einbettung in kulturelle und gesellschaftliche Zusammenhänge. Gefragt wird etwa danach, wie sich der Einsatz generativer Systeme auf das Verständnis von Bildern und Sprache auswirkt, welche Vorstellungen von Geschichte und Wirklichkeit durch algorithmisch erzeugte Inhalte geprägt werden und welche Machtverhältnisse sich in den verwendeten Daten und Modellen widerspiegeln.

Ein Schwerpunkt liegt auf bild- und textgenerierender KI und damit auf Technologien, die unmittelbar in Bereiche eingreifen, die lange Zeit als Domänen menschlicher Kreativität und künstlerischer Arbeit galten. Die Beiträge beschäftigen sich entsprechend mit Fragen von Autorschaft und Originalität, aber auch mit den ästhetischen Konventionen und gesellschaftlichen Vorstellungen, die in KI-generierten Bildern und Texten sichtbar werden.

Die Beiträge nehmen unter anderem die Verbindungen von Künstlicher Intelligenz zu Literatur, Fotografie, Geschichtsschreibung, Krieg und Sexismus in den Blick. Damit rückt die Frage in den Vordergrund, wie KI bestehende Formen der Darstellung, des Wissens und der gesellschaftlichen Ordnung verändert – oder bereits vorhandene Strukturen und Vorurteile fortschreibt.

Beiträge und Arbeiten von Florian Albrecht Schoeck, Immanuel Bach, Elisa Deutloff, Ornella Fieres, Genta Shanti Hastoko, Christian Heck, Ivan lovine, Ava Leandra Kleber, Max Kreis, Mattis Kuhn, Lisa Oelsen, Len David Oswald, Soyeon Park, Hannah Reiter, Marc Ries, Markus Seibel, Jordi Tost, Mathilde Unseld, Lea Waldera, Johanna T. Wallenborn, Conrad Weise, Natalie Wilke, Kjell Wistoff, Sebastian Woitscheck, Mattis Kuhn und Leon-Etienne Kühr.

Mattis Kuhn, Leon-Etienne Kühr und Alex Oppermann (Hgs.): KI &
ISBN: 978-3-95476-842-4 / 32,00 €

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Doing Ecology Otherwise urn:uuid:e1f208ba-7cca-48f4-aa2a-c32f848b415e 2026-08-05T04:18:00+02:00 Doing Ecology Otherwise addresses the imaginative, sensory, material and embodied capacities of art to address urgent ecological challenges. Drawing on essential insights from Natasha Myers and Lola Olufemi on the potentiality of imagining and acting ‘otherwise’, the conference explores how art can hold space for new understandings, practices, relations and structures of feeling that may be marginalized in mainstream scientific and environmental action.

How do contemporary art and artistic research function as what Matthew Fuller calls a ‘meta-discipline’ for transdisciplinary collaboration? What kinds of rituals, practices and inquiries might be needed to understand and process long histories and memories of environmental and social harm? How can artists and their collaborators navigate the overlapping temporalities of ecological grief? How can artistic research build more-than-human networks of solidarity and connection? How can ecology, policymaking and archiving (disciplines, institutions and practices that emerged in the context of imperialism), be re-oriented through creative collaboration to struggles for eco-social justice? What decolonial, feminist and queer methodologies are emerging through art-led transdisciplinary collaboration? From fungi forays, material experimentation and singing composts to embodied memory-work, agropoetics and queer bestiaries, the conference brings together artists, curators, ecologists, soil scientists, researchers and policymakers in transdisciplinary dialogue to engage in the vital work of doing ecology otherwise.

Organized and hosted by the Centre for Art and Ecology at Goldsmiths, University of London, in conversation with the British Ecological Society (UK), Celadon Center for Arts and Ecologies (Cyprus), Contemporary Art Archipelago (Finland) and Kafkárna Center for Arts and Ecology UMPRUM (Czech Republic), the conference is a gathering of academic and creative presentations, workshops and performances to present artistic research unfolding across multiple sites across the world.

Contributors include:
Adriana Arroyo, Louise Ashcroft, Claire Baily, Paola Bascón, Amálie Bulandrová, Ama Josephine Budge, Frances Cannon, Youngsook Choi, Anna Collin, Louie Destouches, Taru Elfving, Matthew Fuller, Carle Gent, Paul Granjon, Althea Greenan, Gabriel Koureas, Jack Hannam, Esther Lu, Becky Lyon, Elspeth Mitchell, Harun Morrison, Elena Parpa, Lotta Petronella, Eva Koťátková, Ros Gray, Sophie Seita, Chooc Ly Tan, Jol Thoms, Melissa Thompson, Evanthia Tselika, Becca Voelcker, Kateřina Vídenová, Lenka Vráblíková, Rain Wu, Rehana Zaman, Wood Roberdeau.

DOING ECOLOGY OTHERWISE
Pathways for Art and Transdisciplinary Collaboration in Ecosocial Change
International Conference hosted by the Centre for Art and Ecology, Goldsmiths, University of London
11-12 September 2026

The full programme will be announced soon.
The conference is free upon registration.

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Promotionspreis für Demokratieforschung urn:uuid:b1c8362b-909c-460a-9512-9919edcd3ccc 2026-07-27T08:10:00+02:00 Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur (HMWK) wünscht sich mehr Sichtbarkeit für Forschung zur Demokratiesicherung. So wird der Minister bis zu drei Förderpreise für herausragende Promotionen für Demokratieforschung vergeben, mit dem jedes Jahr vielversprechende Nachwuchsforscherinnen und -forscher aus Hessen ausgezeichnet und in ihrer weiteren wissenschaftlichen Arbeit zum Thema Demokratie unterstützt werden. Die Preise werden in einem wissenschaftsgeleiteten Verfahren vergeben. Die hessischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen können Vorschläge für Preisträgerinnen und Preisträger machen.

Hessischer Förderpreis: Promotionspreis für Demokratieforschung

Diese Ausschreibung vom 2. März 2026 ist Teil des Programms “Stärkung der Demokratieforschung”. Antragsfrist ist der 31. August 2026.

Der Antrag ist online unter folgendem Link zu stellen:
https://wissenschaft.hessen.de/forschen/demokratieforschung/hessischer-foerderpreis

Antragsberechtigung
Antragsberechtigt mit einer Wissenschaftlerin/ einem Wissenschaftler sind Hochschulen des Landes Hessen, Hochschulen des Landes Hessen gemeinsam mit in Hessen ansässigen und vom Land geförderten außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Hochschulen des Landes Hessen gemeinsam mit überregional finanzierten und gemeinnützigen außeruniversitären Forschungseinrichtungen mit Sitz in Hessen.

Antragsvoraussetzungen
Kriterium für die Vergabe eines Promotionspreises ist die hohe wissenschaftliche Qualität sowie die Erschließung eines relevanten Bereichs, der der Demokratieforschung einen neuen Weg bzw. ein innovatives Forschungsfeld erschließt. Die Arbeiten dürfen bei Ablauf der Bewerbungsfrist nicht älter als drei Jahre sein. Sie sollen noch nicht in einem vergleichbaren Wettbewerb ausgezeichnet worden sein und wurden i.d.R. mindestens mit „magna cum laude“ bewertet. Die Auswahl und Bewertung der eingereichten Arbeiten sowie die Preisverleihung erfolgen durch eine Jury unter Ausschluss des Rechtsweges.

Art und Umfang der Förderung
Die Gesamtfördersumme beträgt bis zu 30 Tsd. Euro pro Kalenderjahr bis Ende 2028. Pro Preis werden bis zu 10 Tsd. Euro vergeben. Diese kommen hälftig dem Promovierenden zugute und hälftig der betreuenden Einrichtung für die weitere Ausgestaltung der Demokratieforschung in der Einrichtung.

Antragsverfahren
Die Antragsstellung mit Nominierung muss fristgerecht jeweils zum 31.08 eines Jahres im Rahmen der Programmlaufzeit bis Ende 2028 erfolgen.
Der Antrag umfasst folgende Punkte, auf deren Grundlage die Bewertung erfolgt:
Antragsschreiben der betreuenden Einrichtung,
Projektdarstellung inkl. kurzer Zusammenfassung der Ergebnisse durch den Promovierenden,
Kurzer Lebenslauf des Promovierenden inkl. Name und Anschrift,
Datum des Promotionszeitraums und Endes und
ein Exemplar der Dissertation,
Anträge müssen durch die Leitung der antragsberechtigten Hochschulen und Einrichtungen gezeichnet sein.

Bewertungs- und Entscheidungsgrundlagen
Der Antrag umfasst folgende Punkte, auf deren Grundlage die Bewertung erfolgt:

Die Qualität der Forschung (Zielvorgaben, Mehrwert zum bisherigen Stand der Forschung, Methodik),
gesellschaftliche Relevanz und Impact (direkter Einfluss der Ergebnisse auf den gesellschaftlichen Diskurs, längerfristiger Impact, Maßnahmen zur Verbreitung und Verwertung der Ergebnisse)
Die Antragsbegründung umfasst (ohne Dissertation) insgesamt nicht mehr als 10 Seiten.
Die Jury aus drei ausgewählten externen Gutachtern spricht eine Förderempfehlung aus.
Die Förderentscheidung wird durch das HMWK getroffen.
Im Rahmen der Einreichungen und der vorliegenden Qualität der Arbeiten vergibt die Jury bis zu drei Preise pro Jahr
.
Ein Anspruch auf den Preis besteht nicht. Die Bewilligungsbehörde entscheidet aufgrund ihres pflichtgemäßen Ermessens im Rahmen der verfügbaren Mittel.
Alle Interessenten sind dazu angehalten, vor der Einreichung von Unterlagen eine Beratung mit den genannten Ansprechpartnern in Anspruch zu nehmen, um zu prüfen, ob der beabsichtigte Zuwendungszweck formal und inhaltlich die Fördervoraussetzungen erfüllt.

Berichte
Für den nicht an die Preisträgerin/ den Preisträger selbst ausgezahlten Betrag legt die Antragstellerin einen Verwendungsnachweis zum 31. März des auf die Bewilligung folgenden Jahres beim HMWK vor. Dieser besteht aus einem Sachbericht und einem zahlenmäßigen Nachweis über die Verwendung der Mittel im Sinne der Demokratieforschung.

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Gamify Democracy urn:uuid:5c145ecd-5b7d-4985-a49f-2a03327aaba0 2026-07-13T04:27:00+02:00 Wie beeinflussen räumliche Strukturen demokratische Prozesse – und wie lassen sich politische Aushandlungen durch Gestaltung erfahrbar machen? Mit diesen Fragen setzte sich das Seminar „Demokratie als Raum – Zur Topologie politischer Praxis“ (Prof. Dr. Tom Bieling) im Sommersemester 2026 an der HfG Offenbach auseinander. Im Mittelpunkt stand die Betrachtung von Demokratie nicht ausschließlich als institutionelles System, sondern als räumlich situierte Praxis, die sich in der Aneignung, Nutzung und Aushandlung gemeinsamer Räume vollzieht.

Aus dieser Auseinandersetzung entstand FUNDAMENT, ein Demokratiespiel von Lukas Gall und Fuheng Nan. Das taktische Social-Deduction-Kartenspiel übersetzt zentrale Fragestellungen des Seminars in ein spielerisches Format und untersucht, wie sich Machtverhältnisse, Partizipation, Interessenkonflikte und Entscheidungsprozesse innerhalb urbaner Räume darstellen und erleben lassen.

Im Spiel versuchen Bewohner:innen, identitätsstiftende Orte ihrer Stadt zu bewahren, während Investoren durch Privatisierung und Abriss versuchen, Oberhand über den Stadtraum zu erlangen. Abstimmungen, verdeckte Aktionskarten und diskursive Aushandlungsprozesse bilden dabei die Grundlage für strategische Entscheidungen und subversive Eingriffe. Die Mechaniken machen sichtbar, dass demokratische Prozesse stets von unterschiedlichen Interessen, asymmetrischen Wissensständen und der Frage geprägt sind, wem der öffentliche Raum gehört und wer über seine Zukunft entscheidet.

Mit 4 bis 16 Spieler versteht sich FUNDAMENT nicht nur als Spiel, sondern als spekulatives Gestaltungsprojekt, das demokratische Prozesse als räumliche Praxis erfahrbar macht und zur Diskussion über Teilhabe, Gemeinwohl und die politische Dimension von Stadtentwicklung anregt.

Entstanden im Rahmen des Seminars „Demokratie als Raum – Zur Topologie politischer Praxis“ (Bieling) an der HfG Offenbach im Zuge der WDC Design for Democrcy Kooperation mit dem Klingspormuseum und dem Haus der Stadtgeschichte Offenbach, im Sommersemester 2026.

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Platz für Alle – Designkritische Annäherungen an ausgrenzende Stadtarchitektur urn:uuid:df04225a-b0ac-4731-aeaf-348a4433687f 2026-07-10T11:42:00+02:00

Hostile Design begegnet Menschen im öffentlichen Raum häufig unbemerkt. Armlehnen, Metallbügel oder Spikes sollen das Liegen, Sitzen oder Verweilen verhindern und schließen bestimmte Personengruppen gezielt aus.

Das von Ricarda Heuer und Sarah Rohde entwickelte Projekt “Platz für alle” setzt sich kritisch mit dieser Form der Gestaltung auseinander, indem die zugrunde liegende Logik bewusst weitergedacht und überspitzt dargestellt wird. Durch Spikes auf einer Parkbank verliert diese ihre ursprüngliche Funktion und bietet niemandem mehr einen Platz. So wird die subtile Ausgrenzung sichtbar und unmittelbar erfahrbar.

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Herstellungsprozess: Jeder Spike wurde einzeln gegossen und montiert. Dadurch wird deutlich, dass ausgrenzende Gestaltung nicht zufällig entsteht, sondern das Ergebnis bewusster Entscheidungen ist. Jedes Gestaltungselement beeinflusst, wer einen Ort nutzen kann – und wer ausgeschlossen wird.

Das dieser Tage beim Rundgang der HfG Offenbach ausgestellte Projekt lädt dazu ein, die Verantwortung von Design zu hinterfragen und die Frage zu stellen, wem öffentlicher Raum eigentlich gehört. Es versteht Gestaltung nicht nur als funktionale Disziplin, sondern auch als gesellschaftliches und politisches Werkzeug, das Teilhabe ermöglichen oder verhindern kann.

Entstanden ist das Projekt im Rahmen des Seminars “Demokratie als Raum –
Zur Topologie demokratischer Praxis” (Prof. Dr. Tom Bieling, SoSe 2025/26) in welchem Demokratie als etwas verstanden wird, das nicht nur in politischen Institutionen, sondern vor allem im alltäglichen Miteinander entsteht. Im Mittelpunkt steht die Untersuchung sogenannter „dritter Orte“ als Räume der Begegnung, des Austauschs und der Aushandlung gesellschaftlicher Unterschiede sowie die Frage, wie Gestaltung dazu beitragen kann, solche demokratischen Räume zu schaffen, zu erhalten oder neu zu denken. Anhand historischer, fiktiver und realer Beispiele werden Entstehung, Bedeutung und Herausforderungen dieser Orte analysiert.

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