January 11th, 2026

AI SLOP* – Über KI an Kunsthochschulen

Künstliche Intelligenz ist längst Teil unseres Alltags und gewinnt zunehmend auch im Bildungsbereich an Bedeutung. Im Kontext von Design und Kunst stellt sie Lehrende wie Studierende vor neue Fragen: Wie verändern KI-basierte Werkzeuge gestalterische Prozesse? Welche Kompetenzen müssen künftig vermittelt werden? Und wie lassen sich theoretische Reflexion und praktische Anwendung sinnvoll miteinander verbinden?

Auch an Kunst- und Designhochschulen ist KI nicht allein als technisches Hilfsmittel zu verstehen, sondern als kulturelle Praxis, die bestehende Konzepte von Autor:innenschaft und schöpferischer Kompetenz gleichermaßen herausfordert. Lehr- und Lernprozesse stehen damit vor der Aufgabe, sowohl anwendungsbezogene Fähigkeiten als auch ein vertieftes Verständnis für die ästhetischen, historischen und ethischen Dimensionen von KI zu vermitteln.

Mit dem Mini-Symposium AI SLOP lädt das Lehrgebiet Designtheori in Kooperation mit KI Lab der HfG Offenbach dazu ein, dieses Spannungsfeld genauer unter die Lupe zu nehmen: Gemeinsam möchte man sich eine Übersicht über aktuelle Anwendungen von KI in Lehr- und Lernprozessen verschaffen, didaktische Ansätze diskutieren und die damit verbundenen ethischen Fragestellungen beleuchten.

Promptografische Ästhetik und Bildgeschichte

Exemplarisch vertieft wird dieser Themenkomplex im Beitrag von Jens Schröter. In seinem Vortrag widmet er sich dem Status von KI-generierten Bildern, die fotografisch anmuten, und verortet sie innerhalb der Geschichte computergenerierter Bilder. Damit öffnet er einen theoretischen Rahmen, der es erlaubt, aktuelle Bildpraktiken nicht isoliert, sondern als Teil einer längeren medienhistorischen Entwicklung zu verstehen.

Ausgehend von dieser Einordnung richtet sich der Blick auf künstlerische Positionen, die das noch junge Terrain einer „promptografischen Ästhetik“ erkunden. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie sich gestalterische Entscheidungen, Autor:innenschaft und ästhetische Intention verschieben, wenn der gestlaterische Prozess maßgeblich über textbasierte Prompts vermittelt wird. Schröters Beitrag liefert damit wichtige Impulse für die theoretische Auseinandersetzung mit KI-Bildern in Kunst und Design – und für deren kritische Integration in die Lehre.

Ethische Perspektiven auf KI in der Gestaltung

Ergänzt wird diese Perspektive durch einen allgemeineren, ethisch ausgerichteten Impuls von Aljoscha Buchrard. Im Mittelpunkt steht die grundlegende Frage: Wie wollen wir mit KI arbeiten? Dabei geht es weniger um konkrete Tools als um Haltungen, Werte und Verantwortlichkeiten im Umgang mit KI-Systemen. Themen wie Transparenz und Machtverhältnisse werden dabei ebenso berührt wie die Rolle von Lehrenden und Studierenden als aktiv Gestaltende dieser Technologien.

Der Nachmittag versteht sich somit als Raum für Orientierung, Austausch und kritische Reflexion. Er verbindet theoretische Grundlagen mit praktischen Fragestellungen und eröffnet Perspektiven darauf, wie KI verantwortungsvoll und produktiv in Lehr- und Lernprozesse an Kunst- und Designhochschulen eingebunden werden kann.

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung nicht nötig.

Mit Beiträgen von:
Dr. Aljoscha Burchardt, DFKI Berlin
Prof. Dr. Jens Schröter, Universität Bonn
Nina Wilke, HfG Offenbach
Prof. Stefan Wölwer, HAWK Hildesheim

Moderation:
Prof. Dr. Tom Bieling, HfG Offenbach

15.01.2026
Beginn: 15:00 Uhr
Diskussion: 17:45 Uhr

KI-Lab, HfG Offenbach (Raum 307)
Schlossstraße 31, 63065 Offenbach

Eine Veranstaltung des Lehrgebiets Designtheorie in Kooperation mit dem KI-Lab der HfG Offenbach.

*AI SLOP Bezeichnet KI-generierte, massenhafte und generische Inhalte.

References