October 22nd, 2026

Singen als soziale Praxis – Wenn Stimmen Gemeinschaft gestalten

Mit dem Projekt Singen als soziale Praxis untersuchen Clara Maldener und Anouk Schmelz das gemeinsame Singen als Möglichkeit, Begegnung und Gemeinschaft zu gestalten. In einer Reihe offener Singsessions in Frankfurt und Offenbach laden sie Menschen dazu ein, ihre Stimme einzubringen und gemeinsam Klang zu erzeugen. Im Mittelpunkt steht dabei zwar auch das musikalische Ergebnis, insbesondere jedoch der soziale Prozess: das Zuhören, das Aufeinander-Eingehen und das Erleben, Teil einer Gemeinschaft zu sein.

Das Projekt versteht Singen als eine niedrigschwellige Form der Teilhabe. Die eigene Stimme ist ein unmittelbares Ausdrucksmittel, das jeder Mensch mitbringt. Gemeinsames Singen mag hier soziale Unterschiede überbrücken, neue Begegnungen ermöglichen – vielleictha uch Räume schaffen, in denen Menschen miteinander in Kontakt treten.

Untefüttert durch räumliche Anordnungen und Konstellationen oder meterlangen Textblättern, die nur gemeinsam gehalten werden können werden die Singsessions zu gestalteten Situationen, in denen durch die bewusste Schaffung eines offenen Zugangs Formen der Zusammenkunft erprobt werden. Dabei wird nicht vorgegeben, wie Gemeinschaft auszusehen hat. Vielmehr entsteht sie im gemeinsamen Tun – durch Stimmen, Rhythmen, Zuhören und gegenseitige Aufmerksamkeit. Die Gestaltung liegt somit nicht allein bei den Projektinitiatorinnen, sondern auch bei den Menschen, die teilnehmen und den Prozess mit ihren Stimmen und ihrer Präsenz prägen.

Im Kontext der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 eröffnet das Projekt eine Perspektive auf Design als gesellschaftliche Praxis. Betreut wird es als freies Vorhaben von Prof. Peter Eckart und Prof. Dr. Tom Bieling (HfG Offenbach).

References